Geliefert geht auch fair

Ausbeutung bei den Lieferdiensten stoppen!
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat die Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten in der letzten Woche mit einer eigenen Veranstaltung ins Zentrum gestellt.
Gezeigt wurde die rbb-Dokumentation „Ausgeliefert. Das Geschäft mit den Kurierfahrern“. Sie gibt erschreckende Einblicke in den Alltag der Fahrer:innen und die Geschäftspraktiken der Branche.
Die Arbeitsbedingungen bei vielen Lieferdiensten sind extrem prekär. Die Betroffenen berichten von
🚩 Verdiensten unter dem Mindestlohn
🚩 ausbleibenden Lohnzahlungen
🚩 teuren und dubiosen Arbeitsvermittlern
🚩 fehlendem Arbeitsschutz
🚩 ignorierten Arbeitsrechten, etwa beim Kündigungsschutz
🚩 hohem Arbeitsdruck
Bei zahlreichen Anbietern sind die Fahrer:innen nicht direkt angestellt, sondern arbeiten in der Regel für ein Sub-Unternehmen. Ein Mittel, um Arbeitsschutz und rechtliche Rahmenbedingungen unter dem Deckmantel von „flexibler Unternehmensgestaltung“ leichter umgehen zu können.
Diese Strukturen bei den Lieferdiensten ähneln solchen kriminellen Formen, wie sie in der Fleischindustrie verbreitet waren, bevor dort ein Direktanstellungsgebot eingeführt wurde.
Im Anschluss an die Filmvorführung durfte ich an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, gemeinsam mit
Jan Wiese (Co-Autor der Doku),
Samee Ullah (Mitglied Betriebsrat Lieferando und Lieferando Workers Collective) und
Dr. Johannes Specht (WSI, Hans-Böckler-Stiftung),
moderiert von Nina Scholz.
Wir haben darüber diskutiert, welche Änderungen auf Bundesebene nötig wären – etwa ein Direktanstellungsgebot – aber auch, was Berlin konkret tun kann, um Ausbeutung stärker zu bekämpfen:
⚠️ Schwerpunktkontrollen gegen illegale Beschäftigung
⚠️ eine Task-Force, die Kompetenzen bündelt
⚠️ gezielte Beratungsstellen für Beschäftigte
Klar ist: Die Ausbeutung von Beschäftigten darf nicht toleriert werden.
Hier müssen Politik und Behörden entschlossen handeln.




