Rider easy?

Wir brauchen faire Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten!

Heute haben wir uns in einer Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales im Abgeordnetenhaus mit den Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten beschäftigt – ein extrem wichtiges Thema.

Die Berichte aus dem Arbeitsalltag der Fahrer:innen, der sogenannten „Rider“, waren erschreckend: Die Ausstattung mit Arbeitsmitteln sei schlecht, Pausenzeiten würden oft nicht gewährt, von einigen Fahrer:innen soll im Gegenzug für eine Festanstellung Geld verlangt worden sein, es gäbe Schwarzarbeit und Fälle, bei denen die Meldung zur Sozialversicherung unterlassen worden sei. Insgesamt würde massiv Druck auf die Beschäftigten ausgeübt.

Uns wurde ein System aus Sub-Unternehmen und undurchsichtigen Strukturen geschildert, das Verantwortlichkeiten weiterreicht und Kontrollen unmöglich macht. Solche Strukturen begünstigen kriminelle Netzwerke und die Ausbeutung von Arbeitnehmer:innen.

Ein wichtiger Schritt wäre hier ein Direktanstellungsgebot für Rider. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in der Fleischindustrie, nachdem dort vergleichbare Missstände bekannt wurden.

Auch Berlins Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe setzt sich dafür ein. Sie hat das Thema bereits in die Arbeits- und Sozialministerkonferenz eingebracht, da wir hier eine bundesweite Regelung benötigen. Dort wurde im November 2025 beschlossen, ein solches Direktanstellungsgebot zu prüfen. Aktuell arbeitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an einem entsprechenden Gesetzentwurf.

Klar ist: Wer die Menschen in unserer Stadt täglich mit Essen und Einkäufen versorgt, verdient faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und einen angemessenem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen dringend verbessern. Die derzeitige Lage und die Repressalien, unter denen die Fahrer:innen leiden, sind nicht hinnehmbar.

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